Die Tenuta Tenaglia hat sich zur Transparenz ihrer Produktion verpflichtet. Dazu gehört auch der alljährliche Bericht über die Weinlese. Wie schön, wenn es Erfreuliches zu berichten gilt.
„Alles auf eine Karte zu setzen, um dann den Hauptgewinn nach Hause zu tragen, ist eine schöne Erfahrung, die aber einmalig reicht“, spielt Massimo Malatesto, Agronom des Weingutes La Tenuta La Tenaglia, auf die Wetterkapriolen des Vorjahres an. Lediglich der Mut, bis zur letzten Minute abzuwarten, hatte zu einem ansehnlichen Ergebnis der Weinlese 2008 geführt.
Im August vergangenen Jahres zeichnete sich bereits ab, dass das Wetter es in diesem Jahr gut mit den Winzern meinen sollte. „Reichlich Wasserreserven aus dem Winter, in dem es ordentlich geschneit hat, und die Hitze im Mai haben dafür gesorgt, dass wir bereits im August mit der Lese der Chardonnay-Trauben beginnen konnten“, erzählt Malatesta.
Juni und Juli bringen den Regen ins Monferrato. Was dem Tourismus abträglich ist, hilft dem Wein. Ab Mitte August sorgen hohe Temperaturen dafür, dass die Trauben die optimale Reife erlangen. Chef-Önologe Roberto Imarisio freut sich: „Die Weine, die wir derzeit verarbeiten, zeigen intensive und fruchtige Duftnoten.“ Diese Struktur in Verbindung mit einem hohen Alkoholgehalt werden dem Wein des Jahrgangs 2009 Langlebigkeit und Qualität verleihen. Imarisio weiß es bei aller Arbeit zu würdigen: „Mut ist ein schöner Partner des Erfolgs, Fleiß der zuverlässigere.“ Bis sich der Fleiß auszahlt, müssen die Genießer piemontesischer Weine noch abwarten. Aber die Geduld wird sich lohnen.
Ein neues Erzeugnis entsteht aus der Ernte des vergangenen Jahres – der Grappa Olivieri. Der Grappa wird aus verschiedenen piemontesischen Maischen hergestellt. Die Destillation erfolgt in zwei voneinander getrennten Brennvorgängen im Wasserbad. Etwa ein halbes Jahr lang wird der Grappa in Eichenfässern veredelt, zuletzt in Barriques gelagert. Der bernsteinfarbene Grappa enthält Duftnoten von kandierten Früchten, reifen Pflaumen und Rosinen, mit Spuren von Honig und Gewürzen, Tabak, Vanille und Kakao. Sein Geschmack ist weich, und sein Name verspricht Großes. „Nach langer und intensiver Entwicklungszeit haben wir mit dem Olivieri unseren bislang besten Grappa geschaffen“, verspricht Sabine Ehrmann und sagt dem Grappa Olivieri eine große Karriere voraus. (Fotos: Siggi Müller)